Demografischer Wandel und die GKV

Bauerfeind-Branchenforum mit 300 Teilnehmern

Welchen Einfluss der demografische Wandel auf die Gesundheitsversorgung hat, verdeutlichte Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen.
Welchen Einfluss der demografische Wandel auf die Gesundheitsversorgung hat, verdeutlichte Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen.

Rund 300 Sanitätsfachhändler und Orthopädie(schuh)techniker trafen sich anlässlich des 12. Bauerfeind-Branchenforums am 9. und 10. November in Düsseldorf. Einer der Hauptredner war Finanzwissenschaftler Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen.

Der Einfluss des demografischen Wandels auf das künftige Gesundheitssystem und die Kunst, schwere Entscheidungen zu treffen: Zu diesen Themen diskutierten am 9. und 10. November die Teilnehmer des 12. Bauerfeind-Branchenforums in Düsseldorf. Als Hauptredner zogen Bernd Raffelhüschen, Professor für Finanzwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, sowie Flugkapitän und Autor Peter Brandl die Zuhörer in ihren Bann.

"Ich finde es immer wieder sehr erfrischend und es ist mir persönlich sehr wichtig, mit den Vertretern aus unserer Branche zu diskutieren", sagte Prof. Hans B. Bauerfeind anlässlich der Eröffnung des 12. Bauerfeind-Branchenforums. "Das liegt mir am Herzen und ich möchte diese Tradition weiterhin fortsetzen." Der 77-jährige Vorstandsvorsitzende der Bauerfeind AG schätzt den Austausch mit anderen Familienunternehmern. Denn: "Ob man einen Betrieb mit nur einem Angestellten führt oder 1.000 Mitarbeiter beschäftigt - Familienunternehmer zu sein, das ist eine Einstellung und unabhängig von der Unternehmensgröße."

Über den Einfluss des demografischen Wandels auf die Gesundheitsversorgung referierte Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen auf ebenso überzeugende wie unterhaltsame Art und Weise. Er verdeutlichte die kommende "Nachhaltigkeitslücke", in der wenige junge Menschen die Gesundheit von vielen älteren Menschen finanzieren müssen. Die Folge: Beiträge für die Krankenversicherung von bis zu 28 Prozent. "Das akzeptiert niemand."Als Lösung präsentierte der Finanzwissenschaftler die "Freiburger Agenda zur GKV". Diese schlägt unter anderem vor, die Zahlung der Krankenversicherungsbeiträge vom Lohn zu entkoppeln sowie zu ermöglichen, dass Krankenhäuser für die stationäre Behandlung Gebühren erheben können und den Preis für diese Leistung, wie ein Unternehmen, selbst bestimmen. "Wir müssen jetzt reagieren", forderte Raffelhüschen. Möglich wäre aus Sicht des Ökonomen unter anderem, den Eigenanteil bei Zahlungen für Gesundheitsleistungen zu erhöhen.

"Wir brauchen Visionen und eine positive Fehlerkultur"

In seinem Vortrag über "die Kunst, schwere Entscheidungen zu treffen" beklagte Peter Brandl die zunehmende Orientierungslosigkeit sowie das Fehlen von zukunftsweisenden Visionen von Unternehmen. "Sie können keine guten Entscheidungen treffen, wenn Sie nicht wissen, wo Sie langfristig hin wollen. Wie wollen Sie Mitarbeiter motivieren, Ihnen zu folgen, wenn Sie nicht wissen wohin es geht", fragte der Pilot und Autor. Er empfahl, mutiger und zuversichtlicher zu sein beim Treffen von Entscheidungen. Dabei helfen kann eine positive Fehlerkultur, denn neben mangelnder Navigation bremst Unternehmer häufig auch die Furcht vor möglichen Risiken aus. "Wir brauchen eine Kultur, in der das Verschweigen von Fehlern die absolute Todsünde ist", so Brandl. Denn wenn Fehler nicht diskreditiert, sondern besprochen und ausgewertet werden, können alle davon profitieren.

Tobias Kurtz / 14.11.2017 - 10:08 Uhr

Tobias Kurtz / 14.11.2017 - 10:08 Uhr


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