Conzzeta kauft Otto Bock Kunststoff

Der Standort Duderstadt soll nach dem verkauf weiterentwickelt werden. (Foto: Otto Bock)
Der Standort Duderstadt soll nach dem Verkauf an Conzzeta weiterentwickelt werden. (Foto: Otto Bock)

Die Otto Bock Holding GmbH & Co. KG verkauft ihr Kunststoffgeschäft an die Schweizer Unternehmensgruppe Conzzeta. Die Vereinbarung haben beide Seiten am 20. Juli in Frankfurt am Main unterschrieben.

Die Otto Bock Kunststoff erhält einen Eigentümer, der das PUR-Kunststoffgeschäft weltweit ausbauen wird, teilt der Hilfsmittelspezialist aus Duderstadt mit. Conzzetas Geschäftsbereich FoamPartner sei in diesem Bereich einer der führenden Anbieter. Der endgültige Abschluss der Transaktion werde im zweiten Halbjahr 2017 erwartet, vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden. Zum Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

"Im Rahmen der strategischen Ausrichtung unserer Unternehmensgruppe kamen für uns nur Premiumpartner in Betracht, die das Kunststoffgeschäft kennen und nachhaltig ausbauen wollen - und so auch den Standort Duderstadt weiterentwickeln. Wir sind froh, mit Conzzeta den idealen, langfristig orientierten Käufer gefunden zu haben, und sind überzeugt, dass die Verbindung mit FoamPartner auch im bestmöglichen Interesse der Mitarbeiter ist", sagt Prof. Hans Georg Näder, Geschäftsführender Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung der Otto Bock Holding GmbH & Co. KG.

Michael Willome, CEO der Conzzeta Group mit mehr als 4.000 Mitarbeitern, kommentiert: "Die Transaktion ist ein weiterer konsequenter Schritt zur Internationalisierung der Conzzeta Gruppe; die Verbreiterung der Präsenz in Asien und Nordamerika eröffnet zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten. Mit dem weitgehend komplementären Produktportfolio von Ottobock können wir den Umsatz von FoamPartner beinahe verdoppeln und so unsere Marktposition deutlich stärken."

Fokus auf MedTech

Im Oktober 2016 hatte Hans Georg Näder angekündigt, strategische Optionen für die Kunststoffsparte zu prüfen. Das Tochterunternehmen erwirtschaftete im Jahr 2016 mit gut 430 Mitarbeitern rund 130 Mio. Euro Umsatz. Die Otto Bock Holding GmbH & Co. KG will sich zukünftig noch stärker auf den MedTech-Sektor fokussieren. Im Juni hatte Ottobock eine langfristige Partnerschaft mit dem schwedischen Private Equity-Unternehmen EQT bekanntgegeben, die das Wachstum beflügeln soll. "Unsere Strategie sieht ein noch schnelleres nachhaltiges und profitables Wachstum vor. Die Partnerschaft mit EQT ist ein zukunftsweisender Schritt, um dieses Ziel dank zusätzlichem Know-how und finanziellem Spielraum noch schneller zu erreichen. Strategisch konzentrieren wir uns noch mehr auf unser Kerngeschäft als Weltmarktführer in der technischen Orthopädie. Mit dem Verkauf der Kunststoffsparte verfolgen wir unseren Plan konsequent weiter", sagt Näder.

Durch den Verkauf der Otto Bock Kunststoff mit Hauptsitz in Duderstadt geht auch das in Shanghai angesiedelte Joint Venture von Ottobock und FoamPartner vollständig in den Besitz des Schweizer Unternehmens über. Bislang haben beide Firmen 50 Prozent gehalten. Conzzeta übernimmt zudem die Produktionsstandorte Rochester Hills (USA) und Changzhou (China).

Ausgenommen von der Transaktion sind die Geschäfte von Technogel und dem Start-up Matrazzo. Beide Firmen bleiben Bestandteil der Otto Bock Holding GmbH & Co. KG und sollen strategisch weiterentwickelt werden.

Tobias Kurtz / 21.07.2017 - 15:01 Uhr

Tobias Kurtz / 21.07.2017 - 15:01 Uhr


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