Ausschreibung Verbandmittel

GHD kritisiert AOK Rheinland / Hamburg

Die GHD GesundHeits GmbH Deutschland beteiligt sich nicht an der aktuellen Ausschreibung der AOK Rheinland / Hamburg im Bereich der Verbandmittel. Grund: Die gelebten Versorgungsstandards würden missachtet.

Die GHD steht Ausschreibungen im Hilfsmittelbereich grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Unter Berücksichtigung von Qualitätsindikatoren bei der Zuschlagserteilung könnten sie einen Wettbewerb um die beste Versorgungsqualität initiieren und ein Weg zur effizienten Patientenversorgung sein, stellt der Leistungserbringer in seiner Mitteilung klar.

Allerdings gebe es immer noch Krankenkassen, die ohne Qualitätsindikatoren "keinerlei Rücksicht auf die angemessene Patientenversorgung nehmen und nur auf den niedrigsten Preis abzielen". Solche Ausschreibungen, die auf dem Rücken der Patienten und der Leistungserbringer nur um den "niedrigsten Erstattungspreis" buhlen, lehnt die GHD ab.

Als aktuelles Beispiel wird die Ausschreibung der AOK Rheinland / Hamburg im Bereich der Verbandmittel angeführt. Die Krankenkasse wolle unter Missachtung der aktuell gelebten Versorgungsstandards nur den "niedrigsten Preis" im Markt erzielen. Dafür sei sie bereit, auf notwendige Wunddokumentationen, persönliche und qualitative Einweisungen und Unterstützungen der Patienten in deren Häuslichkeit und auch auf Schulungen zu verzichten. Sie erlaube lange Lieferzeiten für die Produkte und schafft damit ein Versorgungsumfeld, "das die Qualität und die Patientenorientierung in der Versorgung chronischer Wunden um Jahrzehnte zurückwerfen werde".

Gleichzeitig gewähre die AOK Rheinland / Hamburg den Ausschreibungsgewinnern keinerlei Kalkulationsgrundlage oder Exklusivität, denn Apotheken dürfen außerhalb der Ausschreibung weiterhin zu voraussichtlich weitaus höheren Preisen als die zu erwartenden Ausschreibungspreise Patienten versorgen.

"Solche Ausschreibungen können wir als einer der wesentlichsten Leistungserbringer in der Wundversorgung nicht unterstützen", sagt Andreas Rudolph, Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung der GHD GesundHeits GmbH Deutschland Unternehmensgruppe. "Denn dafür müssten wir unseren Qualitätsanspruch an eine angemessene Wundversorgung gänzlich aufgeben und könnten die Patienten mit chronischen Wunden nicht nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik versorgen." Um ein klares Zeichen zu setzen, habe die GHD GesundHeits GmbH Deutschland deshalb auf die Teilnahme an dieser Ausschreibung verzichtet.

Tobias Kurtz / 28.09.2017 - 10:38 Uhr

Tobias Kurtz / 28.09.2017 - 10:38 Uhr


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