Roland Berger-Studie

Pflegemarkt wächst weiter

Der Pflegemarkt wird kontinuierlich weiter wachsen. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/32053 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Roland Berger"
Der Pflegemarkt wird kontinuierlich weiter wachsen. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/32053 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Roland Berger"

Der Markt für Pflegedienstleistungen ist mit rund 50 Mrd. Euro Umsatz schon heute das drittgrößte Segment im deutschen Gesundheitswesen. Bis 2030 wird sein Volumen laut einer Roland Berger-Studie auf bis zu 85 Mrd. Euro wachsen.

Die Unternehmensberatung Roland Berger analysiert in ihrer neuen Studie „Wachstumsmotor Pflege“ die zentralen Einflussfaktoren des Pflegemarkts. Seit 2005 wächst der deutsche Pflegemarkt im Schnitt knapp 5 Prozent pro Jahr - und somit schneller als die Gesamtwirtschaft. 2015 wurden 47 Mrd. Euro umgesetzt; damit ist die Pflege nach Krankenhäusern und ambulanter ärztlicher Versorgung das drittgrößte Segment im Gesundheitswesen.

Dabei spielen verschiedene Trends eine wesentliche Rolle, allen voran die demografische Entwicklung Deutschlands: Aufgrund der alternden Gesellschaft wird die Zahl der Pflegebedürftigen von zuletzt 2,9 Millionen bis 2030 voraussichtlich auf 3,5 Millionen steigen."

Andererseits gehen wir auch von Trends aus, die den Pflegemarkt bremsen werden", erläutert Oliver Rong, Partner von Roland Berger und Leiter der Healthcare Practice in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Verstärkte Prävention und medizinisch-technischer Fortschritt werden zum Beispiel dafür sorgen, dass immer mehr Menschen länger gesund bleiben. Dadurch reduziert sich der pflegerische Aufwand am Lebensende."

Zwischen Professionalität und Fachkräftemangel

Außerdem wird die Altenpflege in Deutschland immer professioneller: Werden heute noch mehr als 1,3 Millionen Pflegebedürftige von Angehörigen zu Hause betreut, so werden dies in Zukunft vermehrt Fachkräfte übernehmen müssen. Denn immer mehr Menschen leben alleine und benötigen für bestimmte Krankheiten wie Demenz eine permanente und professionelle Pflege. Bereits jetzt mangelt es an qualifiziertem Personal - und dies treibt die Preise weiter in die Höhe. Damit wird es immer mehr Menschen geben, die auf die Unterstützung der Sozialhilfeträger angewiesen sind.

Insgesamt ist von einer weiter positiven Entwicklung des deutschen Pflegemarktes auszugehen: "Bis 2030 erwarten wir ein Marktvolumen von 65 bis 85 Mrd. Euro", erklärt Oliver Rong. Doch dieses Wachstum schafft neben Chancen auch Herausforderungen für die Betreiber von Pflegeeinrichtungen. "Der Wettbewerb sowohl um Personal als auch um Marktanteile wird zunehmen", sagt Rong. "Um darin bestehen zu können, brauchen diese Einrichtungen eine klare Strategie."

Fünf Faktoren für eine erfolgreiche Strategie

Die Roland Berger-Experten nehmen in ihrer Studie fünf Faktoren unter die Lupe, die für eine erfolgreiche Strategie unabdingbar sind:

  • 1. Integrierte Geschäftsmodelle bieten neue Wachstumsoptionen. So könnten Betreiber stationärer Pflegeeinrichtungen unter einem Dach sowohl selbstständiges Wohnen als auch Pflege anbieten, um den Menschen den fließenden Übergang zwischen Versorgungsformen zu ermöglichen.
  • 2. Digitalisierte Prozesse wie Medikamentenmanagement- und Alarmsysteme, Dienstplansoftware oder digitale Patientenakten verbessern Qualität und Effizienz sowie die Kommunikation mit Angehörigen. Rong: "Ein moderner, digitaler Betrieb ist auch attraktiver für die Mitarbeiter."
  • 3. Attraktivität als Arbeitgeber ist angesichts des Fachkräftemangels unverzichtbar. Neben Vergütung und flexiblen Arbeitszeitmodellen sind auch ein gutes Arbeitsklima und eine positive Führungskultur wichtig.
  • 4. Optimierung des Qualitätsmanagements verbessert die Wettbewerbsfähigkeit. Wichtig ist hier, dass individuelle Fehler früh erkannt und korrigiert werden; auch die Servicequalität sollte regelmäßig geprüft werden.
  • 5. Skaleneffekte schaffen Kostenvorteile: Einkaufsgemeinschaften, die gemeinsame Nutzung von IT oder Verwaltungsfunktionen sowie Flexibilität durch gemeinsame Personalpools und Rotationssysteme helfen, Kosten zu sparen.
Tobias Kurtz / 22.11.2017 - 10:08 Uhr

Tobias Kurtz / 22.11.2017 - 10:08 Uhr


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