„Branchenfokus Wäsche 2017“

Wäsche: Vier von zehn Euro landen beim Fachhandel

Auf dem Wäschemarkt spielen Versender traditionell eine wichtige Rolle. (Grafik: IFH/BBE)
Auf dem Wäschemarkt spielen Versender traditionell eine wichtige Rolle. (Grafik: IFH/BBE)

Der Fachhandel dominiert den Vertrieb im Wäschemarkt auch 2016. Der Gesamtmarkt erreicht ein Volumen von 5,1 Mrd. Euro.

Seit 2006 ist der Wäschemarkt insgesamt nur moderat gewachsen: Das durchschnittliche Umsatzplus pro Jahr liegt bei 1,3 Prozent. Das geht aus dem „Branchenfokus Wäsche 2017" vor, den das IFH Köln und die BBE Handelsberatung vorgelegt haben. Demnach hält der Fachhandel weiterhin einen starken Anteil am Wäschemarkt in Deutschland: rund 39 Prozent.

Getragen wird diese Dominanz vorwiegend von Wäsche- und Bekleidungsfilialisten, die nahezu alle Preislagen abdecken und Konsumenten ein umfangreiches Angebot bieten. Der kleinbetriebliche Wäsche- und Bekleidungsfachhandel - mit einem Absatzschwerpunkt in Mittel- und Hochpreislagen - gerät dagegen zunehmend unter Druck und verliert weiter an Boden. Die im Wäschemarkt traditionell starken Versender erreichen 2016 einen Marktanteil von 17,5 Prozent und festigen damit ihre Position.

Der gesamte Onlineumsatz mit Wäsche legt laut aktueller IFH-Hochrechnung 2016 um 8 Prozent zu. Auch im Vorjahr konnte schon ein starkes Plus verzeichnet werden. Aber: Im Vergleich zum Onlinehandel insgesamt, der 2016 um knapp 11 Prozent zulegte, ist die Wachstumsdynamik im Onlinewäschehandel geringer.

Obwohl Bedarfskäufe im Wäschemarkt traditionell eine wichtige Rolle spielen, kann beobachtet werden, dass Wäsche nicht mehr nur als notwendiges Kleidungsstück angesehen wird. "Vor allem Frauen tragen vermehrt nicht nur ausgefallene Shirts oder Hosen, sondern setzen auch auf individuelle Wäscheteile, um ihr Outfit zu vervollständigen. Es landen also nicht nur preisgünstige Basics im Einkaufskorb. Andererseits sind modische Exemplare auch in niedrigen Preissegmenten verfügbar, so dass dafür nicht immer tief in die Tasche gegriffen werden muss. Das bremst wiederum das Marktwachstum", so Hansjürgen Heinick, Senior Consultant am IFH Köln.

"Der Wäschemarkt gerät durch die preisgünstigen und modisch aktuellen Filialisten zunehmend unter Druck. Wenn die Ware mehr kostet, erwarten die Kundinnen und Kunden auch mehr: ein angenehmes Ambiente, eine ansprechende Warenpräsentation, exzellente Bedienung und eine klare Ausrichtung", so Peter Frank, Senior Consultant bei der BBE Handelsberatung.

Tobias Kurtz / 13.07.2017 - 11:20 Uhr

Tobias Kurtz / 13.07.2017 - 11:20 Uhr


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